Frühling in Tiflis: Sakura und die Seele zweier Nationen

Diesen Frühling kehrte ich an einen meiner Lieblingsorte zurück – Tiflis, die lebendige und tiefgründige Hauptstadt Georgiens. Mit jedem Besuch überrascht mich diese Stadt aufs Neue – und auch dieses Mal war es nicht anders.

Nach einem sonnigen Morgenspaziergang durch die historischen Straßen der Altstadt nahm ich die Standseilbahn hinauf zum Mtatsminda, dem Berg, der über die Stadt wacht. Der Ausblick von oben war reine Poesie: Tiflis' Dächer leuchteten im Nachmittagslicht, der Kura-Fluss glitzerte in der Tiefe, und die goldene Kuppel der Sameba-Kathedrale thronte stolz wie ein Wächter der Geschichte.

Von dort aus ging ich weiter in den Botanischen Garten von Tiflis, eingebettet zwischen Klippen und Waldpfaden. Der Frühling hatte jeden Winkel in Farbe getaucht, aber am meisten verzauberte mich der japanische Gartenbereich – eine verborgene Oase der Ruhe und Eleganz. Die Sakura-Bäume standen in voller Blüte, ihre zarten rosa Blütenblätter tanzten im Wind wie stille Musik. Ein Paar trank leise Tee auf einer Steinbank, während Kinder lachend unter den Blüten spielten.

Während ich die Pfade entlangschlenderte, dachte ich über den Kontrast und die Verbindung zwischen Georgien und Japan nach – zwei Kulturen, so verschieden in Sprache und Landschaft, aber vereint in Tradition, Naturverbundenheit und Gastfreundschaft. In Tiflis wurde diese Harmonie in einem einzigen Moment eingefangen: georgische Sonne über japanischen Kirschblüten.

 

An diesem Tag wurde die Sightseeing-Tour durch Tiflis mehr als nur eine Reise – sie wurde zu einer Reflexion zweier Kulturen. Und als die Sonne hinter den Bergen verschwand, war ich dankbar, Zeuge dieses stillen Zusammenkommens zweier Welten zu sein.